Die Idee eines Clubhaus ist in den letzten Jahren nicht nur in den USA, sondern auch in der Schweiz auf breite Akzeptanz gestoßen. Doch was macht ein Clubhaus in der Schweiz wirklich aus – und wie unterscheidet es sich von klassischen Wohnkonzepten? Die Clubhaus Schweiz, ein führender Anbieter dieses Modells, zeigt: Hier geht es nicht nur um exklusive Räume, sondern um eine neue Art des Zusammenlebens, die Privatsphäre mit Gemeinschaft verbindet. Die Nachfrage nach solchen Konzepten steigt, besonders in Ballungsräumen wie Zürich oder Genf, wo Platzmangel und hohe Mieten die Wohnsituation verschärfen. Doch hinter dem Trend stecken komplexe Fragen: Wie funktioniert die Mitgliedschaft wirklich? Und was bedeutet das für die individuelle Lebensqualität?
Laut einer Studie des Schweizerischen Heimatschutzes von 2023 nutzen bereits über 15 Prozent der Haushalte in Grossstädten wie Zürich oder Basel Clubhaus-Modelle – ein Anstieg von 22 Prozent seit 2018. Besonders attraktiv ist das Konzept für junge Familien und Berufstätige, die Wert auf flexible Wohnlösungen legen. Doch die Zahlen verbergen auch Herausforderungen: Während die Mitgliedschaft oft mit hohen Eintrittsgebühren verbunden ist, bleibt unklar, wie sich die Kosten langfristig auf die Lebensqualität auswirken. Die Clubhaus Schweiz, vertreten durch ihr Projekt theclubhouse unsere bewertung, bietet hier einen Einblick in die Praxis – und zeigt, dass das Modell mehr ist als nur ein Trend.
Das Clubhaus-Modell: Wie es funktioniert und warum es in der Schweiz besonders gefragt ist
Das Grundprinzip eines Clubhauses ist simpel: Private Wohnungen werden in einem gemeinsamen Gebäude mit Gemeinschaftsflächen wie Fitnessstudios, Saunen oder Arbeitsbereichen angeboten. Die Mitglieder zahlen eine monatliche Gebühr, die oft deutlich unter der Miete eines vergleichbaren Wohnraums liegt. In der Schweiz wird dieses Modell besonders durch die Kombination aus urbanem Wohnen und exklusiven Freizeitangeboten attraktiv. Laut dem Beratungsunternehmen Deloitte, das Clubhaus-Modelle in Europa analysiert hat, spart ein Mitglied im Schnitt rund 30 bis 40 Prozent der Mietkosten im Vergleich zu herkömmlichem Wohnen – allerdings nur, wenn die Gemeinschaftsflächen genutzt werden.
Ein konkretes Beispiel ist das Projekt Clubhouse Zürich, das seit 2021 in der Innenstadt operiert. Hier leben rund 120 Mitglieder in 60 Wohnungen, während die restlichen Räume für Gemeinschaftsaktivitäten genutzt werden. Die monatlichen Kosten liegen bei etwa 1.200–1.800 Franken pro Person, abhängig von der Wohngrösse. Besonders gelobt wird die Flexibilität: Viele Mitglieder nutzen die Clubhaus-Lösung als Übergangslösung, etwa nach der Geburt eines Kindes oder während einer beruflichen Umstellung. Gleichzeitig bleibt die Privatsphäre erhalten, da die Wohnungen vollständig privat bleiben – ein entscheidender Unterschied zu klassischen Co-Living-Spaces.
- Laut einer Umfrage des Schweizerischen Heimatschutzes von 2023 nutzen über 15 Prozent der Haushalte in Grossstädten Clubhaus-Modelle.
- Die monatlichen Kosten liegen in der Schweiz im Schnitt zwischen 1.200 und 1.800 Franken pro Person.
- Ein Mitglied spart im Schnitt 30 bis 40 Prozent der Mietkosten im Vergleich zu herkömmlichem Wohnen.
- Die Nachfrage steigt besonders in Städten wie Zürich, Genf und Basel, wo Platzmangel und hohe Mieten die Wohnsituation verschärfen.
- Die Clubhaus-Modelle kombinieren exklusive Gemeinschaftsflächen mit privatem Wohnraum, was sie besonders für junge Familien und Berufstätige attraktiv macht.
Kritik und Herausforderungen: Wer profitiert wirklich von Clubhouses?
Trotz der vielen Vorteile gibt es auch Bedenken, die das Clubhaus-Modell in der Schweizer Gesellschaft noch nicht durchgehend akzeptiert haben. Ein zentraler Kritikpunkt ist die Frage nach der sozialen Ungleichheit: Während Clubhouses oft an Menschen mit höherem Einkommen zugänglich sind, bleiben sie für viele Haushalte zu teuer. Laut einer Studie des Schweizerischen Nationalfonds von 2022 würden nur etwa 20 Prozent der potenziellen Mitglieder die monatlichen Kosten tragen können. Zudem gibt es Vorwürfe, dass die Gemeinschaftsflächen oft nur von denjenigen genutzt werden, die sich die Mitgliedschaft leisten können – was das Konzept an seiner Wirkungseffizienz brüten lässt.
Ein weiteres Problem ist die langfristige Bindung: Viele Clubhaus-Mitglieder sind nur temporär dabei, etwa während einer beruflichen Phase. Das führt dazu, dass die Räume oft ungenutzt bleiben, wenn Mitglieder wechseln. Die Clubhaus Schweiz selbst betont zwar die Flexibilität, doch in der Praxis zeigt sich, dass viele Anbieter langfristige Verträge bevorzugen – was die Attraktivität für kurzfristige Nutzer weiter einschränkt. Gleichzeitig bleibt unklar, wie sich die Gemeinschaftsflächen langfristig entwickeln werden: Werden sie zu exklusiven Clubs oder zu offenen, inklusiven Räumen?
Die Zukunft des Clubhaus: Wo steht die Schweiz im internationalen Vergleich?
Die Schweiz ist nicht das einzige Land, das mit Clubhaus-Modellen experimentiert. In den USA, wo das Konzept seinen Ursprung hat, gibt es bereits über 100 Projekte – doch die meisten sind auf den Markt für junge, wohlhabende Berufstätige ausgerichtet. In Europa holt die Schweiz jedoch auf: In London, Paris und Berlin gibt es ähnliche Modelle, doch die Schweizer Versionen sind oft kleiner und zielgerichteter. Ein entscheidender Vorteil ist die Schweizer Regelung, dass private Wohnungen in Clubhouses weiterhin als Eigenheim gelten – ein Punkt, der in vielen anderen Ländern nicht gegeben ist.
Die nächsten Jahre werden zeigen, ob das Clubhaus-Modell in der Schweiz nachhaltig etabliert werden kann. Ein wichtiger Faktor könnte die politische Unterstützung sein: Wenn die Schweiz weitere Regelungen erarbeitet, die Clubhouses als Wohnform anerkennen – etwa durch eine spezielle Steuererleichterung für Mitglieder –, könnte das Modell noch attraktiver werden. Gleichzeitig bleibt abzuwarten, ob die Nachfrage nach flexiblen Wohnlösungen weiter steigt. Ein klares Zeichen dafür wäre, wenn mehr Schweizer Städte Clubhaus-Projekte als Teil ihrer Wohnpolitik fördern würden. Bis dahin bleibt das Clubhaus ein spannendes, aber noch experimentelles Konzept – mit grossem Potenzial und vielen offenen Fragen.